Der Schornsteinfeger: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

Michael Kühner - Ihr Schornsteinfegermeister

Fachmann für Brand- und Umweltschutz sowie Energieeinsparung

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Probleme mit dem Kaminofen

Sie haben Probleme mit Ihrem Kaminofen?

Viele Betreiber eines Kaminofens sind mit ihrer Feuerstätte eigentlich ganz zufrieden. Wenn der Ofen in Betrieb ist, gibt er wunderbare Wärme ab und das Holz knistert hinter der Scheibe. Doch leider kann man das Feuer nicht sehen, da die Scheibe immer schwarz wird. Das muss nicht unbedingt sein. Manchmal reichen bereits einige Tipps, um die Funktion eines Ofens zu verbessern.
Auf den nachfolgenden Seiten sind Probleme aufgezeigt, vielleicht helfen ihnen die Lösungsvorschläge dabei, Ihren Kaminofen noch besser und effizienter zu nutzen.

- Verschmutzte Scheiben
- Rauchaustritt beim Nachlegen von Holz
- Rauch tritt zeitweise während des Betriebes aus dem Ofen
- Probleme nur bei Wind
- Glanzruß im Ofen und im Ofenrohr
- Schamottsteine gebrochen
- Holz verbrennt nicht vollständig
- Ofen wird zu heiß - Holz brennt zu schnell weg
- Ofen zieht nicht


Verschmutzte Scheiben


Ein häufiges Problem bei Kaminöfen und bei Kaminen mit Glastüren. Die Abgase kondensieren an der (relativ) kalten Scheibe und schwärzen die innere Oberfläche.
Erste Regel: Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten gegen die Rückwand. Legen Sie die Holzscheite immer quer in den Ofen, niemals mit der Stirnseite zur Scheibe (an der Stirnseite tritt das meiste Holzgas aus!). Verwenden Sie nur trockenes unbehandeltes Holz (kein Holzabfall).
Gut konstruierte Feuerstätten verhindern die Schwärzung der Scheiben durch geschickt vorgeheizte Verbrennungsluft, die von innen an der Scheibe entlanggeführt wird (Sekundärluft). Dieses System funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig die Primärluft (Luftführung durch die Aschenschublade bis unter die Flamme) weit gedrosselt oder ganz geschlossen wird. Dei Primärluft bleibt nur während der Anheizphase geöffnet.
Manchmal nützen auch diese Tipps nichts: Dann ist der Ofen entweder undicht (Falschluft gelangt unkontrolliert durch Türen und Ascheschublade in den Brennraum) oder Ihr Ofen ist konstruktiv nicht mit einer funktionsfähigen "Scheibenspülung" ausgestattet.
Sekundärluftschieber im Bereich des Scheibenrahmens lassen nur kalte Luftschleier zur Scheibe gelangen und halten die Scheibe meist nur stellenweise durchsichtig. Es gibt auch Öfen, an denen die Sekundärluft nicht geregelt werden kann. Hier hilft eine Drosselklappe im Abgasrohr, die bei zu starkem Schornsteinzug ein unkontrolliertes Abbrennen des Brennstoffes verhindert.
Einige Ofen-Typen verzichten ganz auf eine Sekundärluftregelung. Diese Öfen sind für die Verbrennung von Holz kaum geeignet (eher für Brikett und Steinkohle) und werden in der Regel auch nicht mit einer Glasscheibe ausgestattet.

Unser Tipp: Für die Reinigung verschmutzter Scheiben gibt es neben speziellen Produkten (Glasreiniger, teuere Spezialmittel) auch einige "Hausfrauentipps". Leicht verrußte Scheiben lassen sich mit einem feuchten Tuch, das vorher in Asche getunkt wurde, mühelos wieder säubern.
Besonders hartnäckige oder dicke Teerschichten kann man mit einem Ceranfeldreiniger (Rasierklinge) abkratzen. "Chemische Keulen" können beim Einsprühen heruntertropfen und entweder an der Lackierung des Ofenmantels oder in den Fugen von Fliesen bleibende Spuren hinterlassen.


Rauchaustritt beim Nachlegen von Holz

Dieses Problem tritt häufig bei Kaminöfen mit großen Türöffnungen auf. Wenn man während des Betriebes die Tür öffnet, muss der Schornstein plötzlich die achtfache Luftmenge fördern, um im gesamten Türöffnungsbereich einen Unterdruck zu erzeugen. Der Schornstein ist hierzu nur in der Lage, wenn er einen ausreichenden Querschnitt und genügend wirksame Höhe hat. Man sollte deshalb vor dem Kauf eines Ofens vom Schornsteinfeger prüfen lassen, ob der Schornstein für einen Kaminofen mit Panoramascheibe (freier Querschnitt bei geöffneter Tür über 1200 cm²) geeignet ist. Falls dies nicht der Fall ist, kann man auf Öfen mit geteilter oder kleinerer Tür ausweichen.

Haben Sie bereits den "verkehrten" Ofen im Wohnzimmer stehen? Manchmal helfen auch folgende Tricks:

- Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht.
- Öffnen Sie die Tür erst einen Spalt weit und warten ein paar Sekunden. Dann die Tür ganz langsam so weit wie nötig öffnen und das Holz nachlegen.
- Legen Sie erst Holz nach, wenn sich nur noch Glut im Feuerraum befindet.
- Legen Sie das Holz ganz nach hinten quer in den Feuerraum.
- Bei einigen wenigen Modellen ist die obere Prallplatte (meist aus Schamotte) ab Werk sehr breit und lässt seitlich wenig Abgas vorbei. Man kann diese Prallplatte evtl. um einige Zentimeter kürzen, um den abgasseitigen Widerstand zu verringern.
- grundsätzlich wirkt sich ein senkrechter Rauchgasabgang nach oben positiver auf die Funktion eines Ofens aus als ein Abgang nach hinten.
- Prüfen Sie, ob das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein sauber ist.


Unser Tipp: Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Schornsteinfeger - er wird den Schornstein und den Ofen prüfen und hat bestimmt eine Lösung parat.
Übrigens: Es gibt auch Öfen, die beim Öffnen der Tür die obere Prallplatte anheben, um den abgasseitigen Widerstand zu verringern und das Austreten von Rauch zu verhindern (allerdings im oberen Preissegment).


Rauch tritt zeitweise während des Betriebes aus dem Ofen

Wenn es offensichtlich nicht am Wetter und an einer ungünstigen Lage der Schornsteinmündung liegt, kann auch eine motorische Ablufteinrichtung (z.B. Dunstabzugshaube, Abluftwäschetrockner, etc.) in Ihrem Haus die Ursache sein. Prüfen Sie, ob die Probleme im Zusammenhang mit dem Betrieb solcher Anlagen zu sehen sind.
Der gemeinsame Betrieb von Ablufteinrichtungen und raumluftabhängigen Feuerstätten ist baurechtlich unzulässig. Küchenhauben können bis zu 1000 m³, Wäschetrockner bis zu 400 m³ Luft pro Stunde aus dem Gebäude blasen. Die ausströmende Luft muss durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle nachströmen. Ist die Gebäudehülle weitgehend dicht (in Neubauten grundsätzlich der Fall), baut sich im Haus ein leichter Unterdruck auf. Der Schornstein kann gegen diesen Unterdruck nicht entgegenhalten. Die Rauchgase ziehen nicht mehr ab. Oft kommt es sogar zu einer Rückströmung von Außenluft durch die Feuerungsanlage in den Aufstellraum. Auch wenn die Feuerstätte nicht in Betrieb ist, "stinkt" es dann plötzlich im ganzen Haus nach kaltem Rauch.

Abhilfe: Öffnen Sie das Küchenfenster oder ein anderes Fenster im Haus, sobald Sie eine Ablufteinrichtung in Betrieb nehmen. Installieren Sie ggf. einen Fensterkontaktschalter, der den Betrieb der Abluftanlage bei geschlosenem Fenster nicht zulässt.


Probleme nur bei Wind

Insbesondere bei Offenen Kaminen, aber auch bei allen anderen Feuerstätten, kann es bei starken, böigen Winden oder bestimmten Windrichtungen zu Rückstau kommen.
Ursache ist meistens die Lage der Schornsteinmündung. Entweder sie befindet sich zu dich an einem Windhinternis (Dachaufbau, Nachbargebäude, Baum etc.) oder in einem Bereich, in dem sich ein "Luvstau" bilden kann:
Der Wind drückt gegen das Haus und baut auf der "Luv"-Seite ein Luftpolster auf (Ähnliches Phänomän: Wenn Sie auf der Autobahn einen LKW überholen, wird Ihr Auto beim Passieren des Fahrzeuges vom Luftpolster nach links gedrückt). Liegt die Schornsteinmündung innerhalb dieses Staubereiches, kann die Feuerstätte nicht mehr funktionieren.

Früher mussten in Rheinland-Pfalz alle Schornsteine über First geführt werden, um solche Funktionsprobleme von Feuerstätten zu vermeiden. Im Zuge der Angleichung an bundesweites Baurecht wird seit einigen Jahren nur noch ein 1 Meter senkrechter Abstand von der Dachhaut bis zu der Schornsteinmündung gefordert. Es liegt am Bauherrn, später mit eventuellen Problemen fertig zu werden.

Unser Tipp: Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger, er wird Ihnen gerne weiterhelfen.


Glanzruß im Ofen und im Ofenrohr

Glanzruß im Ofen oder im Verbindungsstück bedeutet immer, dass Sie mit Holz heizen, das nicht ordnungsgemäß getrocknet wurde. Es besteht die akute Gefahr, dass sich dieser Ruß entzündet und es zu einem Schornsteinbrand kommt.

Unser Tipp: Lesen Sie bitte unbedingt die Hinweise zur Holzlagerung


Schamottsteine gebrochen

In der Schamottierung von Öfen und Kaminen bilden sich häufig Risse. Dies ist normal wenn man bedenkt, dass an den Schamottsteinen Temperaturen von über 600°C entstehen können. Die hohen Temperaturen sorgen für optimale Nachverbrennung der Abgase und verhindern Kondensation und Teerbildung im Brennraum.
Kritisch wird es erst, wenn sich Teile der Schamottierung herauslösen und in den Ofen fallen. Es kann dann zu Schäden am Mantel der Feuerstätte oder (bei Kaminen) zu übermäßiger Erwärmung der Gebäuderückwand kommen.

Unser Tipp: Lassen Sie in diesem Fall die Feuerstätte sofort von einem Fachmann überprüfen.


Holz verbrennt nicht vollständig

Nach dem das Feuer erloschen ist, befinden sich oft noch unverbrannte Holzstücke im Feuerraum.
Hierfür gibt es zwei Ursachen:

Meistens war das Brennholz nicht ganz durchgetrocknet, als es ins Feuer gelegt wurde. Es verbrennt dann nur ein Teil, der direkt im Glutbett des vorhandenen Feuers gelegen hat. Der Rest erlischt, sobald die zusätzliche Wärmequelle versiegt.

Eine weitere Ursache kann entweder die Konstruktion der Feuerstätte oder Fehlbedienung sein:
Holz sollte bei der Verbrennung möglichst keine Luft von unten (über den Rost) bekommen. Die Holzstücke werden, sobald sie direkt über dem Rost liegen, regelrecht weggebrannt. Die Enden bleiben nachher unverbrannt liegen. Optimal ist die Verbrennung in einem Glutbett. Die Verbrennungsluft kommt von oben und von den Seiten.
Zum Anheizen muss man üblicherweise Luft von unten zugeben (Primärluft), damit das Holz anbrennt. Danach sollte man möglichst schnell die untere Luftzuführung schließen und nur noch mit der Sekundärluft (Luft von oben) regeln. Bei guten Kaminöfen bleibt so auch die Scheibe sauber.

Unser Tipp: Lassen Sie die Holzreste in der Feuerstätte liegen. Sie bilden üblicherweise ein optimales Glutbett für den nächsten Heizvorgang.


Ofen wird zu heiß - Holz brennt zu schnell weg

Die meisten Kaminöfen haben eine Wärmeleistung von ca. 6-9 kW. Für ein durchschnittliches Wohnzimmer von 30 m² viel zu viel (Wärmebedarf im Neubau bei -10°C = ca.2 kW). Die Folge ist eine Raumtemperatur von 30° und mehr. Sie sollten versuchen, weniger Holz aufzulegen und die Flamme klein zu halten.
Eventuell liegt das Problem auch an Ihrem Ofen: Wenn die Türdichtungen oder der Scheibenrahmen undicht sind, lässt sich der Ofen nicht mehr richtig drosseln. Wenn die Scheibe bein Antippen klappert, muss der Dichtrahmen nachgezogen werden. Die Türdichtung ist ein Verschleißteil und sollte regelmäßig auf Funktion geprüft werden. Der Türgriff sollte beim Verriegeln die Tür fest in die Dichtung drücken. Die Aschenschublade muss am Anschlag vollständig abdichten. Wenn alles nichts hilft, ist vielleicht die Tür verzogen oder der Kaminofen hat große Fertigungstoleranzen. Dieses Problem tritt häufig bei sehr einfachen Kaminöfen mit geringen Qualitätsanforderungen auf.

Unser Tipp: Sprechen Sie Ihren Schornsteinfeger bei der nächsten Kehrung darauf an.


Ofen zieht nicht

Die Ursache liegt meistens in einem verschmutzten Verbindungsstück oder am Schornstein. Prüfen Sie, ob eine evtl. vorhandene Drosselklappe im Verbindungsstück in der richtigen Position (offen) steht.
Beim Anheizen drückt oft Rauch zurück, weil der Schornstein noch keine Wärme bekommen hat. Ein Schornstein "zieht" nur, wenn er innen wärmer ist ist als außen. Insbesondere Schornsteine, die an der Außenwand hochgeführt worden sind, brauchen erst einen kleinen "Anschwung". Hier hilft im Notfall Omas Hausmittelchen: Etwas Papier in die untere Reinigungsöffnung legen und anzünden. Danach dann zum Ofen wetzen und den eben erzeugten Auftrieb für den Anheizvorhgang nutzen.
Eventuell ist der Querschnitt des Schornsteines nicht ausreichend bzw. die Ofentür zu groß (siehe unter: Rauch beim Nachlegen von Holz)

Unser Tipp: Sprechen Sie Ihren Schornsteinfeger bei der nächsten Kehrung darauf an.





Bundesland: Rheinland-Pfalz
- Zentralinnungsverband (ZIV) -

Michael Kühner

Schornsteinfegermeister Gebäudeenergieberater HWK
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